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Samsung SSD Vergleich: 870 EVO, 990 PRO, 9100 PRO und T7

Samsung SSD im Vergleich: SATA oder NVMe, 870 EVO vs. 990 PRO vs. 9100 PRO, externe T7 und T9. Dazu TBW, SSD-Lebensdauer, Garantie und PS5-Erweiterung erklärt.

1.282 Wörter · ca. 7 Min. Lesezeit

Welche Samsung SSD passt, hängt zuerst vom Anschluss ab: Ältere PCs und Notebooks mit 2,5-Zoll-Schacht nehmen die 870 EVO (SATA, bis 560 MB/s). Rechner mit M.2-Steckplatz und PCIe 4.0 bekommen die 990 EVO Plus oder 990 PRO (bis 7.450 MB/s), neue Plattformen mit PCIe 5.0 die 9100 PRO (bis 14.700 MB/s). Für unterwegs gibt es die externen T7, T7 Shield und T9.

Im Alltag ist der Sprung von einer Festplatte auf irgendeine SSD am deutlichsten spürbar. Zwischen SATA und NVMe merkst du den Unterschied vor allem beim Kopieren großer Dateien, zwischen PCIe 4.0 und 5.0 meist nur bei sehr großen Datenmengen. Für die Haltbarkeit zählen TBW-Wert und Garantie.

NVMe vs. SATA: der wichtigste Unterschied

SATA ist die ältere Schnittstelle, ursprünglich für Festplatten gebaut. Sie begrenzt SSDs auf rund 550 bis 560 MB/s. NVMe-SSDs sind direkt über PCI Express angebunden und erreichen ein Vielfaches davon. Welche Variante du einbauen kannst, entscheidet dein Rechner:

  • 2,5-Zoll-Schacht mit SATA-Kabel: passt für die 870 EVO und 870 QVO. Typisch für ältere Notebooks, viele Desktop-PCs und als Ersatz für eine Festplatte.
  • M.2-Steckplatz (Formfaktor 2280): passt für 990 EVO Plus, 990 PRO und 9100 PRO. 2280 bedeutet 22 mm breit und 80 mm lang. Prüfe im Handbuch, ob der Steckplatz NVMe unterstützt; manche ältere M.2-Plätze können nur SATA.
  • PCIe-Generation: Eine PCIe-5.0-SSD läuft auch in einem PCIe-4.0-Steckplatz, dann aber nur mit dessen Geschwindigkeit. Umgekehrt bremst eine PCIe-4.0-SSD einen 5.0-Steckplatz nicht aus, nutzt ihn aber nicht voll.

Samsung SSD Vergleich: die Modelle nach Herstellerangaben

Die folgenden Werte stammen aus den Produktangaben und gelten für die maximale sequenzielle Geschwindigkeit, also das Lesen und Schreiben großer zusammenhängender Dateien:

  • 870 EVO (SATA, 2,5 Zoll): 560 MB/s Lesen, 530 MB/s Schreiben. Laut Samsung TLC-Speicher, 5 Jahre Garantie, beim 1-TB-Modell 600 TBW.
  • 870 QVO (SATA, 2,5 Zoll): ebenfalls 560/530 MB/s, aber mit QLC-Speicher für viel Kapazität. Laut Samsung 3 Jahre Garantie, beim 2-TB-Modell 720 TBW.
  • 990 EVO Plus (NVMe, M.2 2280): bis 7.150 MB/s (1 TB) bzw. 7.250 MB/s (2 TB) Lesen, 6.300 MB/s Schreiben. Angebunden mit PCIe 4.0 x4 oder PCIe 5.0 x2. 5 Jahre Garantie, 600 TBW beim 1-TB-Modell.
  • 990 PRO (NVMe, PCIe 4.0): 7.450 MB/s Lesen, 6.900 MB/s Schreiben, erhältlich mit 1, 2 und 4 TB. 5 Jahre Garantie, 600 TBW bei 1 TB.
  • 9100 PRO (NVMe, PCIe 5.0): 14.700 MB/s Lesen, 13.300 MB/s (1 TB) bzw. 13.400 MB/s (2 TB) Schreiben. 5 Jahre Garantie, 600 TBW bei 1 TB.

Die Garantie gilt bei Samsung jeweils für die genannte Zeit oder bis zum TBW-Wert, je nachdem, was zuerst erreicht wird. Laut Samsungs Garantieübersicht für Deutschland liegen SSDs damit zwischen 36 und 60 Monaten; die genauen Bedingungen stehen beim jeweiligen Modell.

Was davon im Alltag spürbar ist

Beim Hochfahren, Programmstart und Laden von Spielen spielen vor allem die Zugriffszeiten auf viele kleine Dateien eine Rolle. Dort liegen SSDs viel näher beieinander, als es die Spitzenwerte vermuten lassen. Daraus ergibt sich eine grobe Einordnung:

  • Festplatte zu SATA-SSD: großer, sofort spürbarer Sprung. Ein älteres Notebook wirkt danach oft deutlich flotter.
  • SATA zu NVMe PCIe 4.0: spürbar beim Kopieren großer Dateien, beim Entpacken und bei Videobearbeitung; beim normalen Surfen kaum.
  • PCIe 4.0 zu 5.0: lohnt sich vor allem für Arbeit mit sehr großen Projekten, etwa hochaufgelöstem Videomaterial. Für Spiele ist der Unterschied laut gängiger Einordnung gering.

TBW und SSD-Lebensdauer verständlich erklärt

TBW steht für Terabytes Written, also die Datenmenge, die laut Hersteller insgesamt auf die SSD geschrieben werden kann, bevor die Garantie endet. Flash-Speicherzellen nutzen sich mit jedem Schreibvorgang ein wenig ab; Lesen belastet sie dagegen kaum.

Ein Rechenbeispiel zeigt die Größenordnung: 600 TBW über fünf Jahre entsprechen rund 330 GB pro Tag. Im normalen Büro- und Spielealltag wird meist ein Bruchteil davon geschrieben. Die SSD-Lebensdauer wird deshalb bei Privatnutzern selten durch den TBW-Wert begrenzt, eher durch das Alter des Rechners oder den Wunsch nach mehr Platz. Wer täglich große Videomengen schreibt, sollte den Wert dagegen im Blick behalten.

Den bisherigen Schreibumfang zeigt Samsungs Software Magician an, mit der sich auch die Firmware aktualisieren lässt. Wichtig bleibt unabhängig davon ein Backup: Eine SSD kann wie jedes Bauteil ausfallen, und die Garantie ersetzt das Gerät, nicht die Daten.

QLC vs. TLC

TLC-Speicher legt drei Bit pro Zelle ab, QLC vier. QLC ist dadurch günstiger pro Gigabyte, verträgt aber weniger Schreibzyklen und wird bei langen Schreibvorgängen langsamer, sobald der schnelle Zwischenspeicher voll ist. Die 870 QVO eignet sich deshalb gut als großes Datengrab für Fotos, Filme und Spielebibliotheken, die 870 EVO besser als Systemlaufwerk mit vielen Schreibzugriffen.

Samsung 990 PRO, 990 EVO Plus oder 9100 PRO?

  • 990 EVO Plus: passt für die meisten Spiele- und Arbeitsrechner mit PCIe 4.0, in der Regel günstiger als die 990 PRO, mit nur wenig geringeren Spitzenwerten.
  • Samsung 990 PRO: die schnellere PCIe-4.0-Variante mit höheren Schreibraten, für alle, die viel kopieren, rendern oder große Projekte öffnen. Gibt es auch mit 4 TB.
  • 9100 PRO: nur sinnvoll, wenn Mainboard und Prozessor PCIe 5.0 für M.2 unterstützen. Schnelle Modelle werden unter Last warm; ein Kühlkörper auf dem Mainboard ist empfehlenswert.

PS5-Erweiterung mit M.2-SSD

Sony nennt für den Erweiterungssteckplatz der PS5 eine M.2-SSD mit PCIe 4.0 x4, empfiehlt mindestens 5.500 MB/s Lesegeschwindigkeit und verlangt eine Kühlung, etwa einen Kühlkörper. Mit Kühler darf das Modul höchstens 110 × 25 × 11,25 mm groß sein. Die 990 PRO erfüllt die Geschwindigkeitsvorgabe; Samsung bietet sie auch als Variante mit Kühlkörper an, die als PS5-kompatibel beworben wird. Ohne vormontierten Kühler brauchst du einen passenden flachen Kühlkörper. Vor dem Einbau sollte die Konsole auf dem aktuellen Systemstand sein.

Einbau: worauf du achten musst

Eine M.2-SSD wird in den Steckplatz geschoben und mit einer kleinen Schraube oder einem Clip fixiert; ein Kabel ist nicht nötig. Viele Mainboards haben eigene Kühlbleche für M.2-Steckplätze, die du nutzen kannst, wenn sie vorhanden sind. Nach dem Einbau muss die neue SSD im Betriebssystem eingerichtet werden, bevor sie als Laufwerk erscheint. Soll sie das bisherige Systemlaufwerk ersetzen, überträgst du System und Daten vorher mit einer Migrationssoftware oder installierst das Betriebssystem neu.

Samsung 870 EVO: wann SATA noch sinnvoll ist

Die Samsung 870 EVO bleibt die naheliegende Wahl, wenn ein Rechner keinen M.2-Steckplatz hat, eine alte Festplatte ersetzt werden soll oder ein zusätzlicher Datenträger in einen freien 2,5-Zoll-Schacht kommt. Viele ältere Notebooks lassen sich so mit überschaubarem Aufwand beschleunigen. Daten und System kannst du mit Samsungs Migrationssoftware auf die neue SSD übertragen; dafür brauchst du für Notebooks meist einen USB-Adapter für SATA-Laufwerke.

Samsung T7, T7 Shield und T9: externe SSDs

  • Samsung T7: kompakt, laut Produktangaben bis 1.050 MB/s Lesen und 1.000 MB/s Schreiben über USB 3.2 Gen 2. Laut Samsung 3 Jahre Garantie.
  • T7 Shield: gleiche Geschwindigkeit, aber mit robustem Gehäuse für unterwegs und draußen. Ebenfalls 3 Jahre Garantie.
  • T9: bis 2.000 MB/s Lesen und Schreiben über USB 3.2 Gen 2x2, gedacht für Video- und Fotoprofis. Laut Samsung 5 Jahre Garantie.

Die 2.000 MB/s der T9 erreichst du nur an einem Anschluss mit USB 3.2 Gen 2x2. Viele Notebooks und Macs haben diesen Standard nicht; dort läuft die T9 ungefähr so schnell wie eine T7. Laut Produktangaben arbeitet die T7 auch mit Smartphones zusammen, ausdrücklich genannt ist das iPhone ab Modell 15. So lassen sich große Videodateien vom Telefon auslagern.

Wie viel Speicher brauchst du?

  • 500 GB: reicht für ein reines Arbeitsnotebook mit Cloud-Speicher.
  • 1 TB: gängige Größe für Systemlaufwerk mit einigen Spielen oder Fotoarchiv.
  • 2 TB und mehr: für größere Spielebibliotheken, Videoschnitt oder als zentrales Datenlaufwerk.

Wie viele Fotos oder Videominuten in eine bestimmte Kapazität passen, rechnet der Speicherplatz-Rechner aus. Für Smartphones, Kameras und Drohnen sind dagegen microSD-Karten die passende Erweiterung, und wer den Rechner gleichzeitig aufrüstet, findet Module unter Arbeitsspeicher.

Samsung SSDs im Katalog

Alle internen Modelle findest du unter Samsung interne SSDs: 990, 9100, 870:

Die externen Laufwerke sind unter T7, T7 Shield und T9 zusammengefasst:

FAQ

Häufige Fragen

Kann ich eine NVMe-SSD in jeden M.2-Steckplatz stecken?

Nicht immer. Manche ältere M.2-Steckplätze sind nur für SATA-SSDs ausgelegt, andere teilen sich die Anbindung mit SATA-Anschlüssen auf dem Mainboard. Im Handbuch von Mainboard oder Notebook steht, welche Standards und Längen unterstützt werden.

Wird eine SSD langsamer, wenn sie fast voll ist?

Ja, das ist bei vielen SSDs zu beobachten, weil weniger freie Zellen für den schnellen Zwischenspeicher und die interne Verwaltung bleiben. Als Faustregel lohnt es sich, einen Teil der Kapazität frei zu lassen, etwa zehn bis zwanzig Prozent.

Muss ich eine SSD defragmentieren?

Nein. Defragmentieren bringt bei SSDs keinen Vorteil und erzeugt nur unnötige Schreibvorgänge. Aktuelle Betriebssysteme erkennen SSDs und schicken stattdessen den TRIM-Befehl, der freie Bereiche für neue Daten vorbereitet.

Was passiert, wenn der TBW-Wert erreicht ist?

Dann endet die Herstellergarantie, auch wenn die Garantiezeit noch läuft. Die SSD hört nicht schlagartig auf zu arbeiten, das Risiko für Fehler steigt aber. Spätere Datensicherungen sind dann besonders wichtig.

Eignet sich die Samsung T7 für die Spielkonsole?

Externe SSDs wie die T7 werden laut Produktangaben auch für Spielkonsolen angeboten. Welche Spiele direkt von einem USB-Laufwerk starten können und welche nur dort gelagert werden, legt der Konsolenhersteller fest.