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Pyrolyse Backofen: Selbstreinigung, Dauer, Strom und Katalyse

Pyrolyse Backofen erklärt: wie die Selbstreinigung bei rund 480 °C funktioniert, wie lange sie dauert, was sie an Strom kostet und wann Katalyse reicht.

1.226 Wörter · ca. 7 Min. Lesezeit

Ein Pyrolyse-Backofen reinigt sich selbst, indem er den leeren Garraum auf sehr hohe Temperaturen aufheizt – Hersteller nennen meist um die 480 °C. Fett, Bratenspritzer und eingebrannte Reste zerfallen dabei zu feiner Asche, die du nach dem Abkühlen einfach auswischst. Bei Samsung wählst du je nach Verschmutzung eine Dauer von 1 Stunde 50 Minuten bis 2 Stunden 30 Minuten.

Ein Durchgang braucht je nach Modell und Programm grob 2,5 bis 5 kWh Strom. Bei einem angenommenen Strompreis von 35 Cent pro kWh sind das rund 0,90 bis 1,75 Euro pro Reinigung. Die Alternativen sind Katalyse, bei der beschichtete Wände Fett während des Backens abbauen, und Dampfreinigung für leichte Verschmutzungen.

So funktioniert die Pyrolyse im Backofen

Pyrolyse bedeutet die Zersetzung organischer Stoffe durch Hitze. Im Backofen heißt das: Alles, was aus Lebensmitteln stammt, also Fett, Zucker, Eiweiß und Stärke, verkohlt bei den hohen Temperaturen und zerfällt zu Asche. Die Emaille des Garraums ist für diese Temperaturen ausgelegt, ebenso die Türscheiben und die Dämmung.

Damit niemand den Ofen während der Reinigung öffnet, verriegelt sich die Tür bei Pyrolyse-Backöfen automatisch. Sie lässt sich erst wieder öffnen, wenn der Garraum ausreichend abgekühlt ist. Während der Reinigung kann es riechen und etwas Rauch entstehen, besonders bei starker Verschmutzung. Lüfte deshalb die Küche und schalte die Dunstabzugshaube ein.

Nach dem Durchgang bleibt eine graue oder weiße Asche zurück, meist am Boden. Samsung empfiehlt, nach dem Abkühlen die Türränder mit einem feuchten Tuch abzuwischen. Die Türdichtung und der Bereich außerhalb des Garraums werden bei der Pyrolyse nicht gereinigt.

Backofen-Pyrolyse: Dauer und Stromverbrauch

Wie lange die Pyrolyse dauert, hängt vom Modell und der gewählten Stufe ab. Samsung nennt in seinen Support-Hinweisen drei Programmzeiten: 1 Stunde 50 Minuten, 2 Stunden 10 Minuten und 2 Stunden 30 Minuten. Für leichte Verschmutzung reicht die kurze Stufe, bei stark eingebrannten Resten wählst du eine längere. Dazu kommt die Abkühlzeit, bis die Tür sich wieder öffnet.

Beim Strom gibt es keine feste Zahl. Herstellerangaben liegen für neuere Öfen grob zwischen 2,5 und 5 kWh pro Durchgang, ältere Geräte können mehr brauchen. Ein Beispiel aus der Branche: Bosch nennt für seine Pyrolyse etwa 3,6 bis 4,7 kWh. Was das bei deinem Tarif kostet, kannst du im Stromkosten-Rechner ausrechnen.

Für die Häufigkeit gibt es keine feste Regel. Viele Nutzer lassen die Pyrolyse erst laufen, wenn sichtbare Verschmutzungen da sind, und nicht nach jedem Braten. Wer zwischendurch grobe Spritzer mit einem feuchten Tuch entfernt, kommt mit weniger Durchgängen aus und spart Strom.

Was vor der Pyrolyse raus muss

Die Vorbereitung ist bei allen Pyrolyse-Backöfen ähnlich, im Detail entscheidet die Anleitung deines Modells. Samsung nennt in seinen Support-Hinweisen diese Punkte:

  • Alle Zubehörteile entfernen: Bleche, Roste und Fettpfannen müssen raus, weil sie sich bei den hohen Temperaturen verformen können.
  • Seitengitter ausbauen: Auch die Einhängegitter an den Seitenwänden gehören laut Samsung vorher heraus.
  • Grobe Reste wegwischen: Größere Krümel und Verschmutzungen kommen vorher raus, weil sie sonst Feuer fangen könnten.
  • Trennwand herausnehmen: Bei Backöfen mit Dual Cook gilt die Trennwand als Zubehör und kommt ebenfalls heraus.

Ob Teleskopauszüge pyrolysefest sind, ist modellabhängig. Im Zweifel baust du sie aus. Bleche und Roste reinigst du separat, etwa in der Spülmaschine, sofern der Hersteller das erlaubt, oder von Hand mit warmem Wasser.

Pyrolyse im Alltag: Tipps für den Durchgang

Mit ein paar Gewohnheiten läuft die Selbstreinigung reibungslos und möglichst sparsam:

  • Zeitpunkt wählen: Plane die Pyrolyse für einen Zeitraum, in dem du den Ofen mehrere Stunden nicht brauchst, inklusive Abkühlzeit.
  • Stufe passend wählen: Die kurze Stufe reicht bei leichter Verschmutzung und spart Strom. Die lange Stufe lohnt sich bei eingebrannten Resten.
  • Erster Durchgang: Bei einem neuen Ofen kann es beim ersten Aufheizen auf hohe Temperaturen stärker riechen. Gut lüften.
  • Umgebung: Die Ofenfront wird während der Reinigung warm. Halte Kinder fern und leg nichts direkt vor die Tür.
  • Asche entfernen: Wische die Asche erst aus, wenn der Garraum vollständig abgekühlt ist. Ein feuchtes Mikrofasertuch reicht meist.

Lies vor dem ersten Durchgang die Sicherheitshinweise in der Anleitung deines Modells. Dort steht auch, welche Teile pyrolysefest sind und welche Stufe der Hersteller für welche Verschmutzung empfiehlt.

Pyrolyse oder Katalyse?

Bei der Katalyse sind Rückwand und Seitenwände des Garraums mit einer speziellen, porösen Emaille beschichtet. Sie nimmt Fettspritzer auf und baut sie während des normalen Backens bei höheren Temperaturen ab. Ein separates Reinigungsprogramm mit hohem Stromverbrauch braucht es nicht.

Die Kehrseite: Die Beschichtung sitzt nur an bestimmten Flächen. Boden, Tür und oft auch die Decke musst du weiterhin von Hand reinigen. Zucker, Käse oder übergelaufener Saft bleiben auf den katalytischen Flächen oft trotzdem kleben. Außerdem lässt die Wirkung der Beschichtung mit den Jahren nach; bei vielen Öfen können die Einsätze ersetzt werden.

  • Pyrolyse: reinigt den gesamten Garraum inklusive Boden, gründlich auch bei eingebrannten Resten, braucht pro Durchgang Strom und Zeit, meist in höheren Preisklassen.
  • Katalyse: kein extra Reinigungsprogramm, arbeitet nebenbei beim Backen, wirkt nur an den beschichteten Flächen und lässt mit der Zeit nach.
  • Dampfreinigung: kurz und sparsam, löst leichte Verschmutzungen an, ersetzt aber keine Grundreinigung.

Im Katalog gibt es von Samsung beide Varianten. Die 68-Liter-Modelle NV68A1140BS und NV68A1170BS arbeiten laut Produktangaben mit katalytischer Reinigung, auch wenn einer der Amazon-Titel das Wort Pyrolyse enthält. Achte beim Kauf deshalb auf die technischen Angaben und nicht nur auf den Titel. Die 76-Liter-Modelle der Reihe NV7B haben überwiegend pyrolytische Selbstreinigung.

Dampfreinigung als dritte Variante

Viele Samsung-Backöfen haben zusätzlich eine Dampfreinigung. Laut Samsung gießt du etwa 400 ml Wasser auf den Boden des Garraums, schließt die Tür und wählst das Reinigungsprogramm. Nach rund 26 Minuten ist der Schmutz angelöst und lässt sich mit einem feuchten Tuch auswischen. Das Programm startet nur, wenn der Garraum nicht mehr heiß ist.

Die Dampfreinigung ist für leichte Verschmutzungen gedacht. Stärkeres Fett, etwa nach dem Braten oder Grillen, entfernst du vorher von Hand. Sie ist eine gute Ergänzung zur Pyrolyse, um zwischen zwei Grundreinigungen den Ofen sauber zu halten.

Dual Cook und Dual Cook Flex kurz erklärt

Viele Samsung-Backöfen mit Pyrolyse haben auch Dual Cook. Dabei teilt eine herausnehmbare Trennwand den Garraum in einen oberen und einen unteren Bereich. Beide lassen sich mit unterschiedlichen Temperaturen und Zeiten nutzen, etwa für einen Auflauf unten und Gebäck oben. Laut Samsung sorgen getrennte Heißluftsysteme dafür, dass sich Gerüche und Aromen nicht vermischen. Ohne Trennwand nutzt du den Ofen als einen großen Garraum.

Bei Dual Cook Flex ist zusätzlich die Tür geteilt. Du kannst nur den oberen Teil öffnen, während im unteren Bereich weiter gegart wird und die Wärme drinnen bleibt. Für kleine Gerichte reicht es, nur den oberen Bereich aufzuheizen. Die Modelle mit dieser Funktion findest du in der Übersicht Samsung Dual Cook Backöfen.

Für wen lohnt sich ein Pyrolyse-Backofen?

Ein Pyrolyse-Backofen lohnt sich vor allem, wenn du oft brätst, grillst oder Aufläufe machst und der Ofen regelmäßig stark verschmutzt. Auch wer das Schrubben mit Backofenreiniger vermeiden möchte, profitiert. Backst du dagegen überwiegend Kuchen und Brot bei mittleren Temperaturen, reichen oft Katalyse oder Dampfreinigung. Rechne den Strom pro Durchgang gegen den Aufpreis und deine Zeit.

Samsung Backöfen mit Pyrolyse im Katalog

Die Samsung-Pyrolyse-Backöfen in unserem Katalog haben meist einen Garraum mit 76 Litern. Sie unterscheiden sich vor allem bei Dual Cook oder Dual Cook Flex, Dampffunktionen, Display und Farbe. Samsung ordnet die Modelle in Serien ein, etwa Serie 4 oder Serie 5.

Alle Modelle mit Reinigungsart, Garraumgröße und Ausstattung findest du in der Übersicht Samsung Backöfen mit Pyrolyse. Einen Überblick über alle Einbaubacköfen bietet die Kategorie Backöfen, weitere Küchen- und Haushaltsgeräte findest du im Bereich Haushalt.

FAQ

Häufige Fragen

Darf das Backblech während der Pyrolyse im Ofen bleiben?

Bei Samsung nein. Laut Samsung sollen alle Zubehörteile einschließlich der Seitengitter vor der Pyrolyse aus dem Garraum, weil sie sich bei den hohen Temperaturen verformen können. Maßgeblich ist die Anleitung deines Modells.

Wie oft sollte ich die Pyrolyse nutzen?

Eine feste Regel gibt es nicht. Sinnvoll ist ein Durchgang, wenn sichtbare, eingebrannte Verschmutzungen da sind. Wer zwischendurch grobe Spritzer wegwischt oder die Dampfreinigung nutzt, braucht die Pyrolyse seltener.

Ist Pyrolyse oder Katalyse günstiger im Betrieb?

Katalyse braucht kein eigenes Reinigungsprogramm und verursacht daher keine zusätzlichen Stromkosten. Pyrolyse kostet pro Durchgang Strom, reinigt aber den ganzen Garraum gründlicher. Dafür kann bei der Katalyse irgendwann ein Austausch der beschichteten Einsätze anfallen.

Kann ich die Tür während der Pyrolyse öffnen?

Nein. Die Tür verriegelt sich bei Pyrolyse-Backöfen automatisch und lässt sich erst wieder öffnen, wenn der Garraum ausreichend abgekühlt ist. Das schützt vor Verbrennungen.